Briefe an einen Atheisten

Sie sind Atheist. Sie glauben, es gibt keinen Gott. Sie glauben, alles ist von selbst entstanden – der Kosmos nach einem zufälligen Urknall, das Leben in einer zufälligen Ur-Brühe, der Mensch aus einem zufällig mal etwas intelligenterem affenähnlichen Wesen, Sie selber als das zufällige Produkt zufälliger Eltern. Ihr eigenes Leben wird nur von Zufällen regiert, und wenn Sie zufällig mal sterben sollten, so werden Ihre Überreste in irgendeiner zufälligen Grube landen. Nichts in Ihrem Leben geht auf Planung zurück. Woher auch? Es ist doch alles nur Zufall, aus anderem Zufall zufällig hervorgegangen. Es hätte deshalb ja auch alles rein zufällig ganz anders sein können. Ob Sie nun ein Türke oder Deutscher, & arm oder reich, Christ oder Kommunist, klug oder dumm sind - stets haben Sie die Entschuldigung zur Hand, dass Sie ja nur aus Zufall das sind, was Sie sind. Sie selber tragen also für nichts in Ihrem Leben Verantwortung! Eine wunderbare Ausrede: deshalb besteht für Sie auch keine tiefere Veranlassung, die von zufälligen Juristen und Politikern geschaffenen zufälligen Gesetze einzuhalten. Sie dürfen also nach Herzenslust rauben, morden und plündern. Oder etwa nicht? Und wie steht es mit der Moral? Ist die nicht auch nur das zufällige Produkt zufälliger Moralprediger, die Ihnen ihren Willen aufzwingen wollen? Sie dürfen also als überzeugter Atheist getrost auch auf Moral verzichten. Denn schließlich ist alles, was Sie umgibt - und auch Sie selber - rein zufällig und deshalb sinnlos. Ob es Sie überhaupt gibt oder nicht, spielt gar keine Rolle. Ob es Ihnen gut geht oder schlecht, hat nichts zu bedeuten. Es lohnt sich also gar nicht, Sie auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen, Sie als Zufallsprodukt überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Sie sind anderer Meinung? Sie halten doch etwas auf sich selbst? Sie wollen mehr sein als nur ein zufälliger Haufen Fleisch an einem rein zufälligen Ort? Sie behaupten gar, Intelligenz zu besitzen? Ja woher denn? Ein eiserner Grundsatz der Informatik ist, dass Information - also auch Intelligenz - nicht von selbst, also nicht aus Zufall entstehen kann. Wenn Sie das nicht glauben wollen, dann schalten sie doch mal ihren Heimcomputer an und warten darauf, dass er von selber Intelligenz entwickelt. Ich wette mit Ihnen, da können Sie lange drauf warten. Wenn Sie nicht irgendwann damit anfangen, selber Intelligenz in den Rechner zu stecken - entweder Ihre eigene oder fremde in Form von gekauften Programmen - dann wird das Ding gar nichts tun. Da können Sie ruhig ein paar Millionen Jahre davor sitzen und warten - der Rechner wird nie von selber intelligent werden.
Eben weil Information, also auch Intelligenz, nicht von selber kommt. Doch kommen wir auf Sie zurück: Da Sie aus Zufall entstanden sind, können Sie folglich auch nicht Intelligenz haben, keinen Geist! Sie beharren trotzdem darauf, dass ich Sie als intelligentes Wesen respektieren soll? Wenn dem wirklich so wäre, dann müsste doch irgendetwas mit Ihrer atheistischenGrundannahme falsch sein: dann könnten Sie kein Zufallsprodukt sein. Dann müsste Ihnen ja irgendjemand, der mit planerischer Intelligenz begabt ist, ein Programm gegeben haben, das Ihnen sagt, wie Sie essen und trinken, atmen, laufen, schlafen, lieben und denken sollen. Können Sie sich das vorstellen? Nun, in der Tat, Sie haben so ein Programm! Es steckt in Ihren Genen. Man entziffert es gerade weltweit in mehreren Laboratorien; schon in wenigen Jahren wird dieses sog. »Genom-Projekt« beendet sein. Jeder Mensch hat ein derartiges Programm. Und das ist nicht nur irgend so ein hingehunztes Programm wie manchmal die kommerziellen, die unseren Computer zum Absturz bringen. Nein, unser eingebautes inneres Programm ist so perfekt, dass es typischerweise 70 bis 100 Jahre lang ohne Absturz funktioniert! Und es ist so kompliziert und so raffiniert geschrieben, dass wir es trotz aller Bemühungen bis heute nicht richtig verstehen. Wir können inzwischen zwar schon große Teile davon lesen, denn wir kennen die Buchstaben (die Aminosäuren); wir kennen auch die grammatischen Regeln, die die Buchstaben zusammen binden (also die Molekularchemie); wir verstehen sogar schon die Bedeutung mancher Programmteile (z.B. zur Produktion von Enzymen, Förderung oder Hinderung von Wachstum usw.) - aber wir verstehen beileibe noch nicht die Sprache, in der unser Programm geschrieben ist. Wir Menschen sind allenfalls stolz darauf, dass wir schon wissen, wie wir unser persönliches Programm kaputt kriegen:

z.B. mit Radioaktivität oder Gift. Hiroshima-Krüppel und Contergan-Kinder sind dafür der lebendige Beweis.

Und es ist ja nicht nur ein persönliches Programm, dass Sie bekommen haben - Sie haben dazu auch noch einen eingebauten Code erhalten. Den versteht ihr Körper und nur deshalb kann er die Aminosäuresequenzen ihres Programms in ihren Zellen lesen und in die entsprechenden Befehle übersetzen: Wachse! Iss! Denke! Nun, nutzen Sie diese Befehle? Denken Sie? Wer hat Sie wohl programmiert? Der Zufall kann es nicht sein: das haben wir geklärt. Menschen sind dazu bis jetzt noch nicht in der Lage, dazu ist Ihr Programm viel zu kompliziert. Wer bleibt da als Täter übrig? Niemand? Das ist unlogisch, denn dann könnten Sie auch nicht existieren, Sie mit ihrem komplizierten eingebauten Programm. Es gibt Sie aber! Und das wissen Sie selber.

Ich behaupte hier, dass ich diesen Täter kenne. Ich kenne seinen Namen, seine Herkunft und seine Geschichte. Sogar sein Tatmotiv. Es handelt sich um Jesus, den Sohn Gottes, der als Christus vor knapp 2000 Jahren auf der Erde war.
Jetzt dämmert es Ihnen: Der Bursche, der Ihnen dieses Büchlein gegeben hat, ist so dummdreist, Ihnen als aufgeklärtem Atheisten eine Religion unterjubeln zu wollen! Ist das nicht eine Frechheit? Können Sie Sich in ihrem Stolz so etwas überhaupt bieten lassen? Wo Sie doch wissen, dass Sie völlig sinnlos, ohne jegliches Programm, rein aus Zufall entstanden sind und deshalb auch keinen Gott nötig haben! Daran glauben Sie doch, das ist doch ihre Art von Religion! Oder ist Ihre Religion nicht vielleicht doch falsch? Ist da nicht vielleicht doch ein Widerspruch vorhanden? Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie ein intelligentes Lebewesen sind, mit Verstand und Gefühl begabt, dann sollte es Sie schon interessieren, woher Sie eigentlich wirklich kommen. Schon deshalb, damit Sie begreifen, was aus Ihnen einmal werden wird. Bitte lassen Sie es mich an dieser Stelle ganz klar und deutlich sagen: Ich will Ihnen keine Religion andrehen! Sie sollen nicht Ihren Verstand abschalten und dümmlich hinter irgendeinem Guru hinterherlaufen (mitsamt Ihrem Geldbeutel, versteht sich)! Im Gegenteil! Sie sollen Ihren ganzen Verstand gebrauchen, so viel Sie auch immer davon haben! Dieser Jesus Christus, von dem wir schon sprachen, ist die personifizierte Intelligenz schlechthin. Im Auftrag Gottes, seines Vaters, hat er Sie geschaffen - also Ihr Programm in codierter Form geschrieben und dafür gesorgt, dass dieser Code auch gelesen und in die Tat umgesetzt wurde. Sie sind das intelligente Produkt der höchsten nur denkbaren Intelligenz! Nichts, wirklich gar nichts wurde bei Ihnen dem Zufall überlassen. Falls Sie sich jemals die Knochen brechen sollten - ich wünsche Ihnen von Herzen, dass das nie passiert! - dann werden diese nach ein paar Wochen wieder »von selbst« zusammengewachsen sein. Wenn Sie sich in den Finger schneiden, dann wird die Wunde »von selbst« wieder heilen. Wenn sie mit ihrem Partner in Liebe zusammen sind, dann wird »von selbst« ein Kind entstehen. Wirklich alles nur »von selbst«? Blinder Zufall? Im Gegenteil, all das ist das Resultat perfekter Planung, umgesetzt in eine perfekte Programmierung, die auch Eventualitäten einschließt, die in Ihrem Leben vielleicht nie eintreten werden. Komplizierte Prozesse wie Selbstreparatur und Selbstreproduktion sind in Ihnen vorprogrammiert, wie es unsere ausgeklügeltsten technischen Produkte bis heute noch nicht aufweisen. Stellen Sie Sich bloß vor, Sie hätten ein Auto, dass sich nach einem Unfall oder einer Panne selbst reparieren würde und das sich, kurz bevor Sie es zur Müllkippe fah- ren, reproduzieren würde, damit Sie ein neues haben! Alberner Wunschtraum? Nein - Sie selber sind so ein Hightech-Produkt! Mit derart phantastischen Eigenschaften, dass Sie davon noch nicht mal träumen können! Also genau das Entgegengesetzte von blindem Zufall. Sie sind nun neugierig geworden, woher ich das alles wissen will? Weil es mir der »Große Programmierer« mit seinem Vater selber mitgeteilt hat. Seine Information liegt mir in Buchform vor, aber es gibt sie auch als CD und im Internet. Diese Information ist, weil in allgemein verständliche Sprache übertragen, leicht zu verstehen. Man muss sich bloß die Mühe machen, sei- ne Nachricht zu lesen. Diese Mühe kann und will ich Ihnen aber nicht abnehmen! Denn ich will auf keinen Fall, dass Sie das Gefühl bekommen, ich würde Sie übertölpeln, Sie zu etwas überreden, was nicht stimmt: Sie selber müssen diese Sache mit Gott und Jesus Christus persönlich überprüfen und klären! Lesen Sie kritisch seine Gesammelten Werke, genannt: Die Bibel. Lassen Sie sich nicht von histori- schem Beiwerk ablenken, sondern überlegen sie sich bei jeder Geschichte, was diese, auf Sie persönlich bezo- gen, für Sie zu bedeuten hat. Wenn Sie etwas nicht gleich verstehen, so lesen Sie trotzdem weiter: die Bibel ist (wie jedes gute wissenschaftliche Handbuch) selbsterklärend aufgebaut. Was Sie nicht gleich verstehen, wird Ihnen später klar werden. Dieses Buch ist ein perfekter Leitfaden für jede Lebenssituation, für jeden Menschen an jedem Ort und zu jedem Zeitalter - auch hier finden wir auf psychologischer, soziologischer, literarischer und allgemein menschlicher Ebene dieselbe Perfekti- on, wie sie uns Gott in seiner lebendigen Programmierkunst zeigt. Ich möchte Ihnen einen Ratschlag geben: Probieren Sie einfach mal aus, was Gott Ihnen in diesem Buch rät. Zum Beispiel: mit ihm zu reden - man nennt das »Beten«. Das ist möglich: drahtlo- se Kommunikation ohne jeden technischen Schnickschnack! Es kostet nichts, Nulltarif! Das Einzige, was Sie dazu brauchen: etwas Konzentration, guten Willen und den Glauben daran, dass es funktioniert. Also wirklich keine besonderen Voraussetzungen. Übrigens, was den Glauben angeht, den haben Sie schon: denn wenn sie mal Ihren Chef bei der Arbeit anrufen müssen, dann glauben Sie ja auch daran, dass er abheben wird - oder wenigstens seine Sekretärin. Wenn sie Gott anrufen, dann können Sie wenigstens sicher sein, dass Sie von keiner Sekretärin abgewimmelt und vertröstet werden. Der Chef hört Sie stets selber! Höchst- persönlich. Und wenn er der Meinung ist, dass ihr Anliegen berechtigt ist, dann wird er sich um Sie kümmern -
das hat er uns nämlich schriftlich zugesagt (kontrollieren Sie ruhig sein Versprechen, lesen Sie es in der Bibel). Natürlich weiß der Chef mehr als Sie - und wird deshalb eventuell auch anders reagieren, als Sie sich das vorstellen. Aber Sie können getrost dieses Risik eingehen, denn Gott hat uns ebenfalls schriftlich zugesagt, dass alles, was er tut, stets nur zu unserem Besten sein wird. Wenn wir ihm unsere Angelegenheiten übergeben, dann können wir also beruhigt sein. Er ist unser bester Anwalt. Also noch mal ganz klar: Ihr Schöpfer, Gott und sein Sohn Jesus Christus, sind gewaltige intelligente Personen, die auch von Ihnen klare Intelligenz abver- langen. Prüfen Sie kritisch Ihre jetzige Weltanschauung mit dem Maßstab moderner Informatik, Genetik und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Lassen Sie sich nicht auf scheinbar plausible populärwissenschaftliche Märchen ein, wenn diese ihrer kritischen Intelligenz nicht mehr standhalten! Denken Sie! Und fragen Sie im Zweifelsfall Jesus Christus höchstpersönlich, ob es Ihn gibt und ob er Sie geschaffen hat - ich bin sicher, er wird es Ihnen beweisen. Ich bin deshalb so sicher, weil Er sich auch mir als der Herr aller Dinge geoffenbart hat, der mich und viele andere Christen schon durch manche kritische Lebenssituation hindurch getragen hat. Auch ich war einmal ein überzeugter Atheist. Weil er mir inzwischen den Sinn meines Lebens aufgezeigt hat, weiß ich, dass ich kein sinnloses Zufallsprodukt bin - und auch, dass Sie das nicht sind. Er hat unserem Leben einen Sinn gegeben, weil er uns als seine selbstgeschaffenen Geschöpfe liebt. Ja, er kennt dieselben Gefühle wie wir - Liebe und Zorn, Geduld und Barmherzigkeit - von ihm haben wir sie schließlich bekommen! Bitte versuchen Sie nie, ein »religiöser Mensch« zu werden, (der durch Ausschalten seines Verstandes [z.B. durch ! Meditieren] Erkenntnis bekommen will), sondern benutzen sie alles, was Sie haben: Herz und Verstand. Setzen Sie ihr ganzes Streben dazu ein, Gott zu suchen, so wird Er sich von Ihnen finden lassen. Reden Sie darüber hinaus mit Menschen, die Christus bereits erlebt haben und Ihnen davon berichten können - besuchen Sie eine lebendige Gemeinde Jesu Christi und genießen Sie bewusst Ihre sinnvolle Existenz als ein großartiges Geschöpf Gottes! Ich gratuliere Ihnen dazu! Dietmar Fink

Zeugnis eines ehemaligen Atheisten
Ich wuchs in einer typischen, soge- nannt »christlichen« Familie auf. Das heißt, wir gingen einmal im Jahr –Weihnachten – in die Kirche, weil das »Familientradition« war. Ich ging auch in eine christliche Grundschule, weil mich meine Eltern vor dem verderblichen Einfluss der »Rowdies von der Volksschule« fernhalten wollten, wie sie sich ausdrückten. Dass wir dort beten mussten, hielten sie für das kleinere Übel – »das wird dem Jungen schon nicht schaden«. Ansonsten wollten sie mit »Pfaffen« nichts zu tun haben und lehnten höflich, aber bestimmt jede Einladung zu Gemeindetreffen ab. Kein Wunder, dass ich schließlich trotz guter Kenntnis der biblischen Geschichte nicht die geringste Beziehung zum Christentum hatte – ich hielt das wie meine Eltern alles für »frommen Selbstbetrug« – oder gar als profanes Mittel, sich gesellschaftliche Vorteile und Einfluss zu verschaffen. Kein Wunder, dass ich, kaum erwachsen geworden, aus der Kirche austrat – ich wollte ehrlich vor mir selber sein und aus Gründen der Selbstachtung auf Heuchelei verzichten. Nun kann kein Mensch auf Dauer ohne geistiges Fundament existieren und deshalb fing auch bei mir die Suche nach einer Alternative an. Ich fühlte mich insbesondere von den nichtchristlichen Religionen angezogen – das war natürlich nichts anderes als der Reiz der Fremdartigkeit, sie waren für mich »exotisch«. Ich studierte vor allem den Lamaismus, die Shinto-Religion und den Bhuddismus. Ich fing an, Japanisch zu lernen und sparte Geld für eine Reise nach Japan. Und schließlich war es so weit, dass ich zwei Monte lang im Himmelsdrachen-Tempel in Kyoto von einem Professor für bhuddistische Ethik aufgenommen wurde. Doch das, was ich als Höhepunkt meines Lebens erwartete, ernüchterte mich. Ich musste erkennen, dass der Bhuddismus auch nur eines von vielen Menschen-gemachten philosophischen Systemen ist, das auf nicht beweisbaren Grundannahmen beruhte, und dem wie bei jeder anderen Religion auch irgendwelche lächerlich-ernsten Zeremonien aufgepfropft sind, um damit beim gläubigen Volk Eindruck zu schinden. Also wieder nur frommer Selbstbetrug? Als ich von dieser Reise zurückkehrte, war ich ein radikaler Atheist geworden. Ich lehnte jegliche Religion ab. Ich wollte illusionslos alleine durch das Leben gehen, wissend, dass jenes ohnehin sinnlos wäre. Aber solange ich existierte, wollte ich mir wenigstens meinen & Stolz und meine Selbstachtung bewahren. Ich konzentrierte in der Folgezeit all meine Energie auf meine Karriere; geistige Dinge waren mir suspekt und deshalb für mich tabu. Ich heiratete kurz darauf eine christliche Frau, aber ich hatte sie bald so weit, dass ihr Glaube für sie bedeutungslos wurde, was mich zufriedenstellte. Als aber meine Frau eines Tages vom Besuch ihrer gläubigen Eltern – eine Pastorenfamilie in Taiwan – zurück- kehrte, hatte sie sich verändert; sie lebte nun ganz bewusst ihrem Glauben. Sie ging sonntags in die Kirche statt mit mir Ausflüge zu machen, betete – so- gar für mich! – und redete auch sonst »allerhand religiösen Unsinn«, wie ich meinte. Ich wurde unzufrieden und unsere Ehe bekam Spannungen. Wer weiß, ob ich meine Frau nicht ohne die Kinder früher oder später verlassen hätte, so wie es inzwischen schon viele meiner verheirateten Kollegen getan hatten. Doch weil sie trotz allem stets ihre Liebe zu mir zeigte, bekam ich das nicht übers Herz. Im Gegenteil, nur um ihr auch einmal eine Freude zu bereiten, beschloss ich irgendwann einmal, sie sonntags zu ihrer Gemeinde zu begleiten, und ich merkte, wie sie das glücklich machte. Die Gemeinde gefiel mir zwar gut wegen der unverfälschten Herzlichkeit ihrer Mitglieder und ihrer Liebe zueinander, aber ich machte trotzdem aus meinem Atheismus keinen Hehl und sagte dem Pfarrer und den Gemeindemitgliedern auf den Kopf zu, dass das ja wohl alles Unfug wäre, was sie dort trieben. Zu meiner Überraschung wurden sie aber nicht auf mich böse, sondern blieben nett und fingen an, mich detailliert zu fragen, was ich denn an ihrem Glauben auszusetzen hätte. Der springende Punkt, so fanden wir schnell, war die Existenz Gottes. Kann es Gott überhaupt geben? Ich sagte nein, sie sagten ja. Die Diskussion kam schnell auf die Evolutionstheorie. Wozu braucht man einen Gott, wenn alles ohnehin von selbst entstanden ist? Zu meiner Verblüffung lehnten sie diese Theorie ab und stellten sich auf den Standpunkt, die biblische Geschichte sei wahr. Sollten diese Menschen denn so religiös verblendet sein, dass sie die Geschichte von Adam und Eva unseren »wissenschaftlich erwiesenen« affenähnlichen Vorfahren vorzögen? Ich war perplex. Sie gaben mir einige Bücher von Wilder Smith und Werner Gitt zu lesen, die dieses Thema ausführlich behandelten. Sie forderten mich auf, diese kritisch zu lesen und zu widerlegen. Überzeugt von meinen wissenschaftlichen Fähigkeiten, ging ich darauf ein. Schließlich sollte doch im aufgeklärten 20. Jahr- hundert so ein »Aberglaube« einfach zu beseitigen sein. Doch zu meinem großen Erstaunen merkte ich, dass diese Bücher nicht dümmlich oder gefühlstriefend waren, sondern nüchterne wissenschaftliche Abhandlungen. Alles hatte Hand und Fuß, die Argumente gegen die Evolution waren logisch, sachlich und zwingend – ab- solut überzeugend! Ich musste zugeben, dass ich nichts widerlegen konnte – das war für mich ausgesprochen peinlich. Aber ich wollte nicht die Konsequenz daraus ziehen und Gott anerkennen. Schön, die Evolution kann offenbar nicht so funktionieren, wie sich das Klein-Fritzchen – und ich auch – bis- lang vorgestellt hatten, das hatte ich begriffen. Aber musste das gleich bedeuten, dass es Gott gibt? Ich wollte das einfach nicht zugeben. Wir lebten damals in Westberlin, durch die Mauer gut vom Osten abgeschirmt. Es wäre uns nie in den Sinn gekommen, dass sich diese Situation bald ändern könnte. Klar, mit einer Mauer mitten durch eine Stadt – das war natürlich anormal, und wir waren deshalb auch davon überzeugt, dass sich das irgendwann ändern würde. Vielleicht in 50, vielleicht auch erst in 100 oder 200 Jah- ren. Aber noch zu unseren Lebzeiten? Das schlossen wir definitiv aus, es war für uns unmöglich. Und doch geschah es eines Nachts. Ich erinnere mich, dass wir am 9. November 1989 zwischen 10 und 11 Uhr abends, schon im Bett, völlig ungläubig auf die Fernsehbilder von der Mauer starrten. Weil wir uns einfach nicht vorstellen konnten, was wir dort sahen, beschlossen wir, das selbst nachzukontrollieren. Wir zogen uns also wieder an, fuhren zum Stadtzentrum und standen wenig später selber auf der Mauer. Das Unvorstellbare war geschehen. Wie war das möglich? Wir gingen wie im Traum von einem Kontrollpunkt zum anderen und sahen ganz Westberlin voll von jubelnden Ostberlinern. In diesen Stunden erkannte ich, dass das Gottes Wirken war. Dass Er hier, vor den Augen der ganzen Welt, sicht- bar eingegriffen hatte. Was Menschen nicht vermögen oder für unmöglich halten – Gott kann es! Er kann selbst die festgefügtesten Mauern einreißen – wie damals in Jericho, so jetzt hier in Berlin. Es gibt Ihn wirklich! Er lebt auch jetzt noch! Er hat alle Fäden in der Hand! Er bestimmt die Geschichte und niemand sonst! Es ist sinnlos, sich gegen Ihn zu stellen. Man muss Ihn stets ernst nehmen – auch wir, auch heute. Offenbar hatte Gott unser Volk für die vergangenen Ereignisse durch 40 Jahre Teilung bestraft; die Zeit war jetzt um, wir durften einen Neuanfang wagen. Was wir da erlebt hatten, war unsere ganz spezifische Version der biblischen Wüstenwanderung! Ich hatte kurz darauf viel Zeit, über al- les in Ruhe nachzudenken, denn ich brach mir ein Bein und musste ins Krankenhaus. Ich las die Bibel und erkannte, das die darin enthaltene Bot- schaft Gottes kein Märchen ist – kein Wunschdenken, sondern harte Realität. Realität, die auch heutzutage in Seinem Wirken an uns sichtbar wird. Ich erkannte, dass ich Gott in jeder Beziehung ernst nehmen musste – in seiner Allmacht, die über alle menschliche Gewalt geht – in seiner Weisheit, die über alles menschliche Denken und Planen geht – in seiner Heiligkeit, die keinen Widerspruch, keine Sünde duldet – und in seiner unendlichen Liebe und Güte, die uns trotz all unserer Schlechtigkeit immer wieder eine neue Chance gibt, dadurch, dass er uns seinen eigenen Sohn Jesus Christus sand- te, der unsere Schuld auf sich nahm und uns mit Ihm durch Sein Opfer am Kreuz entsühnte. Ich erkannte, dass ich an Ihn glaubte, weil ich nun endlich wusste, dass es Ihn gibt. Ich erkannte, das Er der Einzige ist, der in Ewigkeit war, jetzt ist, und in aller Zukunft sein wird. Der HERR schlechthin. Ich erkannte, dass ich mich diesem Herrn beugen musste, ihm folgen sollte. Ich erkannte, dass ich ein Christ geworden war. Dietmar Fink

Opium fürs Volk
Wer kennt nicht den berühmten Ausspruch von Karl Marx: »Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes ... Die Religion ist nur die illusorische Son- ne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt.« Marx vergleicht also Religion oder Glaube mit einer Droge, die man ein- nimmt, um aus gegenwärtigen Problemen in eine nichtreale Scheinwelt zu flüchten. Er definiert Religion oder Glaube als eine Art Selbsttäuschung. Lenin hat das noch deutlicher ausgedrückt: »Die Religion ist das Opium des Volkes. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz und ihre Ansprüche auf ein halbwegs menschenwürdiges Leben ersäufen.« So wie die Mutter einem schreienden Säugling einen »Schnuller« oder Beruhigungssauger in den Mund schiebt und ihm Sättigung vortäuscht, so wird der Glaube als eine Erfindung de Menschen gesehen, womit er sich selbst einer Illusion hingibt und auch andere täuscht. Eigenartig ist allerdings, dass nach 70 Jahren kommunistischer Diktatur im Osten ein wirtschaftliches, soziales, ökologisches und moralisches Chaos herrscht und gerade in diesen Ländern die Bibel in den letzten Jahren zu einem der gefragtesten Bücher wurde und das Interesse an Gott und dem Christentum sehr groß ist.Ich werde nie vergessen, wie ich vor einigen Jahren den Hauptbahnhof in Kiew betrat und dort oberhalb der breiten Treppe, die zu den Bahnsteigen führte, eine riesige Lenin-Statue sah, wie das in vielen Hauptbahnhöfen der ehemaligen Sowjetunion der Fall ist. Diese überdimensionale Figur zeigte mit dem rechten Arm zum Ausgang. Damit sollte sicher angedeutet werden, dass Lenin und seine Lehren die Lösung aller Fragen und Probleme bieten. Während ich über diesen riesigen Lenin staunte und über seinen ausge- streckten Arm nachdachte, sah ich plötzlich unterhalb dieser Figur auf der Treppe eine junge Frau stehen, die ihren Koffer abgestellt hatte, höchst ungeniert eine Kinderbibel aufschlug und interessiert darin las. Diese Frau war mir Symbol für viele Menschen in diesem großen Land, die nach jahrelangem Schnuller »Kommunismus« spüren, dass sie eine Seele
haben, die Durst nach Gott hat. Der Psychoanalytiker Siegmund Freud hat Religion oder Glaube ähnlich wie Marx und Lenin definiert: »Religion ist ein Versuch, die Sinnenwelt, in die wir gestellt sind, mittels der Wunschwelt zu bewältigen, die wir in- folge biologischer und psychologischer Notwendigkeiten in uns entwickelt haben.« Also auch für Freud war der Glaube ein »Schnuller«, den der Mensch erfunden hat, um in eine Wunschwelt zu fliehen, die es real nicht gibt.Ist Glaube eine Einbildungskraft? Ist Glaube eine Einbildungskraft?

Ist Glaube eine Einbildungskraft?

Zur Zeit gibt es sogar unter den Christen die weitverbreitete Auffassung, dass Glaube eine Art »geistige Kraft« ist, die man in sich entwickeln muss. Es wird von der Macht des »positiven Denkens« gesprochen, von »Visualisieren« und es wird gesagt, man müsse sich Dinge nur lange und intensiv genug vorstellen, dann würden sie Wirklichkeit. Man müsse an sich selbst glauben und die schlummernden geistigen Kräfte aktivieren. Tatsächlich hat diese irrige Auffassung die Gedanken von vielen Menschen, auch Christen, heute beeinflusst: Glaube sei ein Gefühl oder eine Fähigkeit, die wir durch intensive Vorstellungen, durch geistige Arbeit entwickeln. Manche versuchen sogar etwas verbissen, Glauben zu »produzieren«, indem sie Glaubensbekenntnisse oder Gebete wie ein Mantra laufend wiederholen.

Ist Glaube eine vage Annahme?

Für die meisten Zeitgenossen ist der Begriff »Glaube« Ausdruck einer ungewissen Hoffnung oder Erwartung. »Ich glaube, dass es am Wochenende schönes Wetter geben wird!« Politiker glauben, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten ist und es wieder aufwärts geht. Humanisten glauben, die gegenwärtigen weltpolitischen Probleme durch Vernunft lösen zu können. Ist Glaube etwas, das man sich erhofft, was man aber nicht genau weiß?

Fängt der Glaube da an, wo der Verstand aufhört?

Das ist sicher die unsinnigste Auffassung, die man vom biblischen Glauben haben kann, denn ohne Verstand ist es unmöglich, zu glauben. Wenn beim Eingang eines kirchlichen Gebäudes stehen würde: »Verstand bei der Garderobe abgeben«, müsste ich dann nicht damit rechnen, in die Hände von irgendwelchen Scharlatanen zu geraten oder einer Gehirnwäsche unterzogen zu werden? Aber wenn es um Religiosität geht, sind tatsächlich in unserem aufgeklärten Jahrhundert jede Menge Menschen bereit, ihren Verstand abzuschalten. Wenn das bei einem Geschäftsabschluss oder vor einem Autokauf gefordert würde, wäre klar, das irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Aber in Sachen Glauben scheint es anders zu sein. Ich denke da an einen guten Bekannten, der auf der Suche nach der Wahrheit einen Abstecher nach Poona in Indien machte, um dort Bhagwan kennen zu lernen und erleuchtet zu werden. Er erlebte dort, wie der Meister seine Erkenntnisse zelebrierte, wobei etwa 500 Zuhörer auf einer Marmortreppe saßen und sich in absoluter Stille den Lehren und Eingebungen dieses Mannes öffneten. Auf einer Tafel am Eingang stand geschrieben: »Shoes and mind to be left outside the gate!« (Schuhe und Verstand draußen lassen!) Ich kann Ihnen versichern, dass es in der Bibel eine solche Vorschrift nicht gibt. Im Gegenteil, dort werden wir aufgefordert, zu hören, zu verstehen, zu prüfen und nachzudenken. Der christliche Glaube setzt ein bestimmtes Wissen voraus. Daher ist es irreführend, von einem »blinden« Glauben zu reden. Paulus, der große Apostel, sagte: »Ich weiß, wem ich geglaubt habe.« Glaube hat also etwas mit Vertrauen zu einer Person zu tun. Einige Monate vor der Maueröffnung flog ich zum ersten Mal in die damalige Sowjetunion. Wir mussten in Berlin umsteigen, die üblichen Kontrollen über uns ergehen lassen und dann in eine Maschine der Aeroflot einsteigen. Wer bisher nur mit der Lufthansa geflogen ist, wird sich kaum vorstellen können, mit welch einem Kulturschock man in solch einer Maschine sitzt. Zuerst einmal ist klar, dass dieses Flugzeug schon einige Jahrzehnte Einsatz hinter sich hat. Dann drängen sich die Menschen, bepackt mit allen möglichen Utensilien, Computern, Elektrogeräten usw. durch den Gang und in die engen Sitzreihen. Keifendes Bordpersonal versucht, Ordnung in das Chaos zu bringen. Schließlich sitzt man eingekeilt und umgeben von laut schwatzenden Menschen, deren Sprache man nicht versteht und stellt fest, dass es keine Sicherheitsvorschriften gibt und die Maschine wahrscheinlich völlig überladen ist. Die Reifen sind auch restlos abgelatscht und die aufheulenden Motoren geben verdächtige Geräusche von sich. Aber nun betritt der Flugkapitän das Flugzeug, begleitet von zwei Offizieren, und diese Männer machen einen verantwortungsbewussten, seriösen Eindruck und scheinen keine Kamikaze-Flieger zu sein. Also vertraut man sich einigerma- ßen beruhigt diesen Männern an.Stellen Sie sich aber bitte jetzt folgende Szene vor: Der Kapitän taumelt mit roter Nase und glasigen Augen in das Flugzeug. In der einen Hand seine Pelzmütze und mit der anderen eine Flasche Wodka schwenkend, begrüßt er die Fluggäste mit folgenden Worten: »Dobroje utro! Freunde, ich versichere Euch, wir werden heute einen sehr lustigen Flug von Berlin nach Kiew haben und ich garantiere Euch allen – hick – viel Spaß an Bord!« Was hätte ich dann gemacht? Hätte ich die Augen zugemacht und meinem Nachbarn zugemurmelt: »Glaube fängt da an, wo der Verstand aufhört?« Meinen Sie, ich hätte mein Leben einem Betrunkenen anvertraut? Nein, ich hätte dieses unsichere Gefährt in Windeseile verlassen und Ostberliner Land der sowjetischen Luft vorgezogen.Glaube hat unbedingt etwas mit dem Verstand zu tun!

»Ich glaube an Gott, den Vater Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.«

Millionen von Menschen aller Hautfarben bekennen mit diesen oder ähnlichen Worten jeden Sonntag ihren christlichen Glauben. Bedeutet das au- tomatisch, dass sie Gläubige sind? Viele von diesen Leuten werden das Apostolische Glaubensbekenntnis gedankenlos und mechanisch nachsprechen. Sie bekennen auswendig etwas, das inwendig nicht vorhanden ist. Mit Sicherheit werden aber auch viele diese Worte aus voller Überzeugung und bewusst bekennen. Ist das biblischer Glaube? Ein Für-wahr-halten von Tatsachen ist zwar eine wichtige Voraussetzung zum Glauben, aber noch nicht der Glaube selbst.Viele glauben an die Existenz Gottes, wie sie daran glauben, dass Bill Clinton der Präsident der USA ist. Aber auf ihr Leben hat diese Überzeugung keinen Einfluss. Ein Beispiel, um deutlich zu machen, was ich meine: Ich habe manchmal Probleme mit Sodbrennen oder zu viel Magensäure. So gehe ich zum Apotheker und klage diesem guten Mann mein Leid. Der Apotheker greift in eine Schublade, zieht eine Schachtel hervor und empfiehlt mir »Gelusil-Lac«. Er sagt mir, wann und wie viel Tabletten ich zu lutschen habe. Überzeugt von den Argumenten des Fachmannes kaufe ich diese Tabletten und verlasse die Apothek mit der Gewissheit, daß diese Arznei mir helfen wird. Mein Bekenntnis lautet: Ich glaube, dass diese Tabletten gegen Sodbrennen helfen. Auf der Packung steht: »Säurebindendes und schleimhautschützendes Antazidum.« Wäre mir mit dieser Überzeugung allein geholfen? Natürlich nicht! Angenommen, ich selbst wäre Fachmann, könnte die Inhaltsstoffe und die Wirkungsweise von »Aluminiummagnesium-silicathydrat« erklären und Fachvorträge darüber halten, wären damit meine Magenbeschwerden verschwunden? Garantiert: Nein! Sie wissen selbst, was zu tun ist: Im Vertrauen darauf, dass der Apotheker Ahnung hat und in der Hoffnung, dass die Herstellungsfirma nicht Zyankali statt der angegebenen Magnesium-Verbindung zu Tabletten gepresst hat, muss ich diese Tabletten im Mund zergehen lassen und werde kurze Zeit später ihre Wirkung wohltuend erfahren. Es geht also zunächst um Information, aber dann geht es darum, dass ich das Wissen verinnerliche und praktisch anwende, wenn mir geholfen werden soll. So ist es auch mit dem biblischen Glauben. Die richtige Diagnose meines Zustandes und die exakte Bestimmung des alleinigen Heilmittels helfen mir nicht weiter, wenn ich mich nicht auf dieses Heilmittel einlasse. Es muss in meinem Leben einen Moment geben, wo ich nicht nur weiß, dass ich Vergebung meiner Schuld brauche und das Gott durch den stellvertretenden Tod seines Sohnes Jesus Christus die Voraussetzung für Vergebung geschaffen hat. Nein, es kommt darauf an, dass ich Gott Vertrauen schenke, ihn beim Wort nehme und sein großes Heilmittel dankbar annehme und mir zu eigen mache. Biblischer Glaube beinhaltet, dass ich Gottes Diagnose und sein Heilmittel akzeptiere, davon überzeugt bin, dass er die Wahrheit ist und die Wahrheit spricht und mich absolut darauf ver- lasse, dass er zu seiner Zusage steht: »Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen« (Johannes 5,24). Der berühmte Kirchenvater Augustinus, der Reformator Martin Lutherund viele andere bekannte und auch gar nicht bekannte Persönlichkeiten haben an den gewichtigen Versen aus Römer 3,23-26 ihren Glauben festgemacht: »Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an sein Blut…zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und denrechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist.« Vor einigen Jahren verbrachte ich mit meinen Söhnen Michael, Daniel und Johannes eine Woche Urlaub in Ostfriesland. Dazu sollte auch eine Watt-wanderung gehören, die uns von un-seren ostfriesischen Freunden sehr empfohlen wurde. in Neßmersiel sollte es zunächst per Schiff nach Baltrum gehen und die Rückreise von der Insel aus sollte dann aus der besagten Wattwanderung bestehen. »Leichte Kleidung, Sonnenschutz und feste Schuhe mitbringen«, war auf dem Informationsblatt desWattführers zu lesen.
Nun, wir hätten besser Stiefel, Regenjacke und Schirm mitgenommen, denn als wir in Baltrum zur Wattwanderung antraten, begann es zu nieseln. Es warein ungemütlich-kaltes Wetter. Nach wenigen Minuten kam noch Nebeldazu, so dass bald weder Insel noch Festland zu sehen war. Ein plötzlicher Wind trieb schließlich auch noch das Wasser in die Priele, so dass wir teilweise durch hüfthohes Wasser waten mussten.

Wer konnte uns garantieren, sicher das Festland zu erreichen? Wäre es in dieser Situation besser gewesen, auf eigene Faust oder nach Instinkt loszugehen, als einem Wattführer zu folgen, der uns
völlig unbekannt war? Zu sehe war absolut nichts und wir waren gezwungen, eine Entscheidung zu treffen. Es gab die Möglichkeit, sich auf uns, unser Glück oder unseren Instinkt zu verlassen, oder uns einemMann anzuvertrauen, von dem wir annehmen konnten, dass er im Umgang mit solchen Situationen Erfahrung hatte und sich in diesem Gebiet auskannte. Natürlich entschlossen wir uns, unser Leben diesem Führer anzuvertrauen, ihm zu folgen, der mit Kompass und Karte voranging. Um eine Erfahrung reichr, triefend nass und frierend, aber doch dankbar und froh konnten wir Stunden später das Festland betreten. Die Bedingung dafür, sicher ans Ziel geführt zu werden, war, diesem Mann zu glauben – ihm völlig zu vertrauen. Das war die vernünftigste Entscheidung, die wir in dieser Situation treffen konnten. In den entscheidenden Grundfragenunseres Lebens befinden wir uns gleichsam auch in einer Nebelwand und sind auf Führung angewiesen. Wir können die Entscheidung treffen: »Ich komm alleine klar, ich will selbst mein Leben bestimmen – mein eigener Herr sein!« Oder wir können uns entscheiden, dem zu folgen, der den besseren Durchblick und von sich gesagt hat:

»Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich« (Johannes 14,6). Erinnern Sie sich an den gekreuzigten Verbrecher, der in den letzten Stunden seines Lebens erkannte, dass er selbst ein Sünder und das der mitgekreuzigte, verspottete Nazarener Jesus der König war, dem die Zukunft gehört. Sterbend vertraute er sich diesem Herrn an und bekam die Zusicherung: »Heute wirst du mit mir im Paradies sein!« Dieser Mann setzte sein Vertrauen auf den verachteten, hingerichteten Jesus Christus und wurde gerettet. Das ist biblischer Glaube! Der Heidelberger Katechismus hat vor über 400 Jahren »Glaube« sehr klar definiert und in einem Satz ausgedrückt, wofür ich viele Seiten gebraucht habe: Frage 21: Was ist wahrer Glaube? »Es ist nicht allein eine gewisse Erkenntnis, dadurch ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort hat geoffenbart, sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der Heilige Geist durch das Evangelium in mir wirkt, dass nicht allein andern, sondern auch mir Vergebung derSünden, ewige Gerechtigkeit und Seligkeit von Gott geschenkt sei, aus lauter Gnaden, allein um des Verdienstes Christi willen.« Der biblische Glaube setzt allerdings voraus, dass ich den Glauben an mich selber aufgegeben habe. Tragischerweise ist der Stolz des Menschen das größte Hindernis, an Jesus Christus zu glauben. Vor einigen Wochen war in der Zeitung folgende erschütternde Geschichte zu lesen:

Eine neunköpfige Familie litt unter chronischem Geldmangel. Trotzdem lehnte Harry K., der Familienvater, jede von Nachbarn angebotene Hilfe ab: »lch finde schon einen Ausweg!« Da Harry K. Finanzbeamter war, bot ihm auch sein Vorgesetzter, Regierungsdirektor G., Hilfe an, forderte allerdings ein Schuldenverzeichnis. »Ich lasse mich nicht zwingen, meineintimsten Verhältnisse auszuplaudern«, war die Antwort des Familienvaters. Nach einem Streit wurde erdann fristlos entlassen. Doch am Stammtisch blieb Harry K.optimistisch: »Wir haben kein Geld für Brot; aber ich werde Abhilfe schaffen!« Die Abhilfe bestand dann darin, dass einige Tage später sieben Kinder, die mit der Tat einverstandene Mutter und der Täter selbst erschossen in ihren Betten lagen.Dieser Mann zog es vor, als Mörder und Selbstmörder aus dem Leben zu scheiden, als Hilfe von anderen anzunehmen und damit seine Hilflosigkeit anzuerkennen.Gott fordert nicht mehr und nicht weniger von uns, als das demütige Anerkennen und Offenlegen unserer Schuld und die Erkenntnis unserer Unfähigkeit, mit unserem Leben alleine klarzukommen. Für die Lösung unserer Misere hat er schon längst Vorsorge getroffen. Wolfgang Bühne

A.E. Wilder Smith
Wer denkt muss glauben

64 Seiten, DM 2.80

»Schuhe und Verstand draußen lassen!« Ist diese Forderung, die an die Verehrer Bhagwans gestellt wird, auch beim Glauben an einen Schöpfergott erforderlich? Ist der Glaube eher eine Sache des Gefühls oder des Verstandes? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Denken und Glauben? Anhand einer fiktiven Begegnung zwischen Neandertalern und abendländisch-zivilisiertenMenschen macht der bekannte Naturwissenschaftler Prof. Wilder Smith deutlich, warum Glaube rational begründet sein muss. Er zeigt, dass der Glaube an einen persönlichen Schöpfergott, mit dem man in Verbindung treten kann, mit unserem Verstand und unserer Logik in Einklang steht.

Josh McDowell
Das kann ich nicht glauben

Antworten auf skeptische Fragen
224 Seiten, DM 4.80

Warum sollte man die Bitel ernstnehmen – ein Buch, das schon fast 2000 Jahre alt ist? Haben moderne archäologische Funde nicht den Wahrheitsgehalt der Bibel relativiert? Wenn Gott ein
Gott der Liebe ist – warum lässt er all das Elend in dieser Welt zu? Gibt es auf solche und ähnliche Fragen zufriedenstellende Antworten? Fragen zu den folgenden Themengruppen werden in diesem Buch behandelt: Die Bibel, Gott, Jesus Christus, Wunder, »Widersprüche« in der Bibel, Weltreligionen, das Grabtuch von Turin, die Schöpfung u.a.

W. Gitt
Fragen – die immer wieder gestellt werden

192 Seiten, DM 3.80

Dieser »Bestseller« von Prof. Dr. W.Gitt gibt Antworten auf Fragen, die nicht »am grünen Tisch« entworfen wurden, sondern aus Gesprächen mit fragenden Menschen erwachsen sind. Von daher handelt es sich nicht um theologische Spitzfindigkeiten, sondern um Probleme, die Zweifler, Fragende und Suchende wirklich bewegen. Folgende Themen werden behandelt: Gott – Bibel – Schöpfung, Wissenschaft und Glaube – das Heil – die Religionen – Leben und Glaube – Todund Ewigkeit.